Aktive Wirtschaftsförderung!

Standpunkt Landrat Dr. Fritz Brechtel: Thema Wirtschaft

Global denken - lokal handeln!
Die Finanz- und Wirtschaftskrise führt uns die gegenseitigen Abhängigkeiten der Weltwirtschaft deutlich und teilweise dramatisch vor Augen. Auch an der Südpfalz ist die Krise nicht spurlos vorüber gegangen. Dennoch spüren wir die Auswirkungen bis heute weniger als in anderen Regionen Deutschlands. Dies hat aus meiner Sicht nachvollziehbare Gründe und es zeigt sich auch, dass wir vor Ort durchaus Handlungsspielräume haben.

Was können die Unternehmen tun?
Die meisten Unternehmen im Landkreis sind von ihren Strukturen her wettbewerbsfähig aufgestellt. Das heißt, dass sie über flexible Arbeitszeitmodelle verfügen und einen hohen Automatisierungsgrad realisiert haben. Die positive Folge ist, dass ein Konjunkturabschwung nicht direkt zur Arbeitslosigkeit von Mitarbeitern führt. Umgekehrt erleben wir, dass ein Aufschwung nicht direkt zu mehr Beschäftigung führt; trotzdem sind seit dem Jahr 2000 im Landkreis Germersheim über 4.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse mehr entstanden. Eine bemerkenswerte Leistung! In der Krise gilt es, durch flankierende staatliche Maßnahmen, z.B. Mittel für Kurzarbeit, Beschäftigung stabilisierende Effekte zu erzielen.

Was kann der Landkreis tun?
Die Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der Verbandsgemeinden und Städte bearbeiten effizient und effektiv Genehmigungsverfahren. Der Unternehmer Dr. Wolfgang Palm sprach im Mai 2009 bei der Einweihung des neuen Kraftwerks in Wörth sogar davon, dass im Kreis und in der Stadt Wörth nicht nur eine Messlatte für Wirtschaftsförderung in Deutschland, sondern in Europa gelegt wird. In vielen anderen Fällen haben wir ähnliches hören dürfen und dies ist eine bemerkenswerte Leistung der Verwaltungsstellen. Für mich ist wesentlich, dass wir diesen hohen Qualitätsstandard auch künftig halten. Mein Ziel ist, dass sowohl kleine als auch große Bauvorhaben schnell, professionell und rechtssicher bearbeitet werden.

Was kann die Kommunalpolitik tun?
Dank einer vorausschauenden Gewerbeflächenpolitik standen im Landkreis Germersheim in den vergangenen Jahren geeignete Flächen für große Investitionsvorhaben zur Verfügung. Durch eine professionelle Vermarktungsstrategie gelang es dabei, neue Betriebe anzusiedeln und im Landkreis Germersheim ansässigen Unternehmen Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten. Dadurch hat sich die Struktur im Landkreis überaus positiv entwickelt.

Strukturentwicklung im industriellen und gewerblichen Bereich
Nach wie vor ist Daimler mit dem Mercedes Benz Werk Wörth und dem Global Logistics Center in Germersheim mit zusammen etwa 14.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Landkreis. Daimler ist nach der BASF damit der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz. Damit stellt Daimler etwa ein Drittel der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse im Landkreis. Mit dem Neubau des Entwicklungs- und Versuchszentrums (EVZ) in Wörth konnte der Standort weiter gestärkt und ca. 300 neue Arbeitsplätze im Ingenieurs- und Entwicklungsbereich geschaffen werden.

Parallel hierzu haben in den vergangenen acht Jahren zahlreiche Unternehmen im Landkreis investiert. Diese Bilanz ist ein hervorragendes Zeugnis für die aktive Wirtschaftsförderung der Städte, Verbandsgemeinden und des Kreises. Zu diesen Unternehmen zählen die Papierfabrik Palm mit der weltweit größten Papiermaschine und dem angeschlossenen Wellpappenzentrum. Ferner haben sich mit dem ThyssenKruppMetallCenter und Faurecia namhafte Unternehmen angesiedelt. Im Logistikbereich entstehen derzeit zwei große Zentren der Netto-Gruppe (Wörth) und der Firma Logistecs (Kandel), die für Bosch tätig sind. Ebenso haben die bereits ansässigen Speditionsunternehmen wie Nuss-Logistik und die Firma Ohmen neu investiert und erweitert. In der Stadt Germersheim haben die Firmen SmurfitKappa (ehemals Europacarton), ArdaghGlass (ehemals Heye-Glas) und die Hafenbetriebe DP-World investiert und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

An der Stelle kann es sich nur um eine Auswahl handeln, denn auch die vielen kleinen Investitionen von 50.000 - 500.000 Euro haben sich in den vergangenen Jahren summiert und es würde zu weit führen, sie alle an dieser Stelle aufzulisten. Diese Investitionen führen ebenso wie die großen Investitionen zu dem Plus an Beschäftigung im Landkreis. Die Großinvestitionen mit ihren Folgeinvestitionen haben sich dabei in den vergangenen acht Jahren gut auf ca. 1,5 Milliarden Euro belaufen.

Lebensader: Handel, Handwerk und Gewerbe
Zusätzliche und wettbewerbsfähige Arbeitsplätze bedeuten Kaufkraft in der Region. Investitionen in der Industrie bedeuten Aufträge für Handwerk und Gewerbe. Die positive Entwicklung in den einzelnen Gemeinden gilt es aus meiner Sicht weiter zu stärken und zu nutzen. Denn gerade die kleinen Einzelhandelsunternehmen und die Handwerksbetriebe mit Ausstellungsräumen prägen das Bild einer Gemeinde. Wer eine der zahlreichen Gewerbeschauen der vergangenen Jahre besucht hat, der weiß dabei auch um die Leistungsfähigkeit der Betriebe.

Wie sieht die Zukunft aus?
Von Seiten des Landkreises müssen wir die erfolgreiche aktive Förderung der Wirtschaft fortsetzen. Dabei geht es nicht um eine finanzielle Förderung, die der Kreis ohnehin nur im Rahmen der EU-Richtlinien über das Land vermitteln kann. Es geht vielmehr um den regelmäßigen Kontakt zu den Unternehmen und eine professionelle Vermarktung.

Meine feste Überzeugung ist: Je mehr Arbeitsplätze wir auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen können, desto mehr Perspektiven haben die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Germersheim. Gerade Jugendliche brauchen die Chance zum Berufseinstieg und zur Weiterentwicklung in den Betrieben. So verstanden, ist Wirtschaftspolitik auch aktive Sozialpolitik.

Herzlichst, Ihr
Dr. Fritz Brechtel

CDU Kreis Germersheim

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Kreisverwaltung Germersheim

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